25./26.05.2018 / Classic Days / Oldenburg

Die Classic Days in Oldenburg bestehen aus drei verschiedenen Veranstaltungen in Kombination über drei Tage: Freitags der City Grand Prix, Samstags die Oldtimer Rallye „Graf Anton Günther“ und am Sonntag dann die Oltimer Charity. Also viel geballte Oldtimerei, zudem noch zentral platziert in der schönen Oldenburger Altstadt.

25.05.2018 10. Oldenburger City Grand Prix
Veranstalter: MSC Oldenburg e.V. im ADAC
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI

Der City Grand Prix startet Freitags abends gegen 19 Uhr / 19.30 Uhr und besteht aus einem abgesperrten Rundkurs durch die Oldenburger Altstadt. Das Fahrerlager ist auf dem Schlossplatz gelegen. Der Start erfolgt über eine Rampe vor der Lamberti Kirche, wo die Fahrzeuge auch ausführlich vorgestellt werden. Insgesamt fährt man 2 mal 3 Runden á 1.350 Meter auf Sollzeit mit unterschiedliche Vorgaben:
1. Runde 212 Sekunden
2. Runde 190 Sekunden
3. Runde 214 Sekunden

 

Das besondere an dieser Veranstaltung sind die Rahmenbedingungen und das Flair. Bei bestem Wetter versammeln sich viele Zuschauer an der Strecke, es gibt einen DJ und auch für ausreichend gute Verpflegung ist gesorgt.

Der Teilnehmerkreis ist aber geteilt, es gibt Leute, die ihr schönes & teures Fahrzeug präsentieren und winken wollen, und es gibt Teilnehmer (wie wir), die das Ambiente geniessen aber trotzdem auch gute Zeiten fahren wollen. Das kann zu Problemen führen…. Wie im unten stehenden Bericht der NZ auch nachzulesen ist, verzögerte sich der Start um ca. 45 Minuten. Zudem hatte die Stadt ab 22 Uhr Lärmschutz in der Innenstadt ausgerufen, d.h. man geriet etwas unter Zeitdruck. Die Fahrzeuge wurden daher nicht im üblichen Minutentakt, sondern alle 30 Sekunden auf den Rundkurs geschickt, der somit relativ voll wurde. Mit Startnummer 10 waren wir recht weit vorne dabei, trotzdem wurden wir immer wieder von vorausfahrenden Teilnehmern der „Winke-Fraktion“ behindert, die sehr langsam unterwegs waren und leider auch für andere Teilnehmer den Platz zum Überholen nicht frei machten. Kann man auch sportlich sehen und so kam doch etwas Monaco Feeling auf… waghalsige Manöver auf einem City- Rundkurs 🙂 Die Art dieser Veranstaltung ist wirklich einzigartig und es bleibt zu hoffen, dass die Genehmigungsbehörden dies noch lange ermöglichen.  Als Teilnehmer wünscht  man sich aber mehr  Zeit zwischen den Starts oder die Bildung von Klassen für mehr oder weniger sportlich orientierte Teilnehmer.

Bericht in der Nordwest Zeitung

https://www.nwzonline.de/oldenburg/lokalsport/oldenburg-10-city-grand-prix-bei-classic-days-oldtimer-in-oldenburg-begeistern-tausende_a_50,1,2835342632.html

Gegen 23 Uhr erfolgt die Siegerehrung auf dem Schlossplatz. Danach geht es ins Hotel… an dieser Stelle ein wenig Werbung, auch wenn das hier ja kein Hotelführer sein soll. Aber das Hotel „Sprenz“ in Oldenburg hat auch für Freunde der Altblechkultur Leckerbissen. Im Hinterhof gibt es zwei Themenzimmer „Mini Cooper“. Ganz stark. Auch sonst ein sehr empfehlenswertes Hotel!

           

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26.05.2018 25. MSCO-Oldtimer-Classic-Rallye „Graf Anton Günther“
Veranstalter: MSC Oldenburg e.V. im ADAC
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI

Um 09.10 Uhr am nächsten Tag geht es wieder auf die Strecke mit der GAG-Oldtimer-Rallye. Start ist wiederum der Schlossplatz mit seiner beeindruckenden Kulisse. Die GAG-Rallye besteht aus drei Elementen: Fahrt nach Chinesenzeichen als Basis, dazu insgesamt 5 GLP (Sollzeitprüfungen) und 4 Orientierungs-Etappen. Für Entspannung sorgt der Umstand, dass Baumaffen nur innerhalb der Ori-Aufgaben vorkommen und auch keine Ortseingangsschilder aufzuschreiben sind. Spannung aber direkt am Startbogen, es beginnt mit der ersten Zeitprüfung: 10 Meter in 6 Sekunden.

                        

Dann geht es ins Oldenburger Land Richtung Ahlhorn und Wildeshausen über zum Teil sehr kleine, auch schottrige und staubige Strassen durch eine sehr schöne Landschaft. Bei den Wertungsprüfungen zeigt sich, dass die Veranstalter das Niveau angezogen haben und auch der typisch norddeutsche Ori-Einschlag ist spürbar. Es gibt sehr viele Punkte in den Aufgaben, die gerne auch einmal neben der Strecke liegen. Oder es sind diverse Punkte auf einem Hof zu fahren. Neben den üblichen Regeln „keine Gegenläufigkeit“, „kein Kreuzen“ und „kürzeste Strecke“ kommen weitere Regeln zum Einsatz. Insbesondere steht unter jeder Aufgabe „Überfahrene Markierungen gelten als nicht mehr vorhanden“. Übersetzt kann man auch sagen: wenn der Punkt neben der doppellinigen Strasse ist, darf man den roten Punkt einmal anfahren, danach aber nicht mehr, da nicht vorhanden.

Auch die Sollzeitprüfungen hatten es durchaus in sich. Beim Rundkurs Exxon Mobil war die Streckenführung nicht ganz eindeutig. Und der zweimal zu fahrende Kurs auf einem alten Militärflugplatz in Ahlhorn war ganz großes Kino. Zwischen den alten Shelter-Anlagen der Amerikaner galt es, auch einfach mal die richtige Strecke zu finden. Also, wir haben  uns in der GLP erst einmal verfahren und dann wurde die Zeit verdammt knapp. Also wirklich mit Vollgas zu Ziel-Lichtschranke brettern. Durchaus Racing-Feeling 🙂 Die Ziel-Lichtschranke lag dann allerdings auch noch absichtlich ungünstig in einer nicht einsehbaren Spitzkurve platziert. Hier musste man anhalten, Rückwärtsgang einlegen und kurz zurücksetzen, um hier überhaupt rum zu kommen. Und das mit einem Golf 1. Größere Schlitten dürften da noch mehr Probleme gehabt haben. Wie das wohl gewertet wurde? Denn Anhalten war da eigentlich nicht mehr erlaubt…

Die Mittagspause erfolgte im wunderschönen Landgasthof „Engelmansbäke“ mit Sonnenterasse, Teich mit Brunnen, super Service und tollem Buffet. Daumen hoch! Dann noch ausreichend Zeit bis zum Re-Start und wieder die Flughafen-Nummer… Es folgten weitere 2 Ori-Prüfungen, wobei insgesamt aber die Nachmittagsetappe weniger herausfordernd gestaltet war. Zieleinlauf dann beim Sponsor Autohaus Senger. Dieser hatte für ein schönes Ambiente gesorgt und auch tollen Service. Keine Lieblosigkeit mit Bierzeltgarnitur und Gammel-Schnitzel, nein tolles Grill-Buffet und Getränke inkl. Wein all inclusive. Auch das top.

Leider endet hier der schöne Tag und auch der schöne Teil dieses Berichtes, denn es wurde noch richtig hässlich. Wir haben schon einiges an Diskussionen und Merkwürdigkeiten rund um die Auswertung bei „Oldtimer-Rallyes“ erlebt, aber der Abend des 26.5. bei der GAG-Rallye war schon einzigartig. Es begann mit dem Aushang der Musterbordkarten und Musterlösungen in den Ori-Aufgaben. Nanü? Da hatten wir was übersehen? Uns fehlten Baumafffen laut Musterlösung. Aber wie und wo… also mal nachgesehen und mit anderen Teilnehmer besprochen. Irgendwas konnte da nicht sein, die Musterlösung war gemäß Reglement nicht nachvollziehbar. Also die Veranstalter angesprochen… diese waren den Nachfragen und der anschließenden Diskussionen und auch Kritik offenkundig nicht gewachsen und reagierten zunehmend gereizt. Nicht nur wurden hier neue Regeln eingeführt, „kürzeste Strecke nach Luftlinie“ (im Bordbuch geschrieben als „zur jeweils  nächsten Markierung“), auch hat der Fahrtleiter gegen seine eigenen Regeln verstoßen bzw. das eigene komplexe Regelwerk selber nicht mehr verstanden. Solche Meinungsverschiedenheiten kommen ja tatsächlich in der Praxis öfter vor, gerade wenn Fahrtleiter versuchen, besondern tricky zu sein und man dann zig Hirnwindungen braucht um drei Mal durchs eigene Knie geschossen auf die angeblich richtige Lösung zu kommen.. Am Ende kommt es dann darauf an, wie mit solchen unterschiedlichen Auffassungen umgegangen wird. Hierfür gibt es Verbindungsleute oder Schiedsgerichte. Nicht so in Oldenburg. Hier wurde man als Teilnehmer direkt vom (Junior-)Fahrtleiter ins Gebet genommen, man wäre ja schließlich in Oldenburg, da würden andere, eigene Regeln gelten.  Offenbar. Denn kürzeste Strecke nach Luftlinie kann man durchaus als Exotisch bezeichen, vor allem in einer als Touristisch (!) ausgeschriebenen Fahrt. Zudem wurde bei der Musterlösung an dieser Stelle gegen die Bestimmung „Überfahrene Markierungen gelten als nicht mehr vorhanden“ verstoßen. Also wie man es drehen und wenden wollte, die Musterlösung blieb unplausibel.

Zurück zum Umgang: die Diskussionslage wurde immer heftiger und die Stimmung schlechter. Der Veranstalter trat dann gegen 20.00 Uhr auf die Bühne und hielt eine Ansprache… Es begann irgendwie mit „… es gibt Diskussionen“. Dann folgte eine Art Wutrede von Völler´schen Ausmaßen. Noch nie habe ich es erlebt, dass der Veranstalter die Teilnehmer für ihre Kritik an der Auswertung derartig ins Achtung stellt. Es gipfelte darin, dass man auf die Teilnehmer „die seit 30 Jahren OldtimerRallyes fahren und überall nur was zu meckern haben“ gerne verzichten könnte. Niemand wäre gezwungen mitzufahren, die Warteliste wäre lang und wem es nicht passen würde, der dürfte gerne wegbleiben. Da ist man erstmal fassungslos. Wir fahren nicht seit 30 Jahren Oldtimer-Rallyes, sondern erst seit 2011. Aber wir haben eine gewisse Vorstellung von Umgang, Höflichkeit und Sportsgeist. Insbesondere wollen wir bei 270 EUR Nenngeld für 2 Tage nicht beschimpft und auch nicht aggressiv angegangen werden. Wir werden auf weitere Teilnahmen an den Oldenburger Classic Days daher gerne verzichten. Für uns dürfen dann dem Veranstalter genehme Teilnehmerkreise nachrücken.

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Hier der Bericht aus 2017

20170615 Classic Days 2017

21.05.2018 / 21. ADAC Oldtimertreffen Buschkamp / Bielefeld

Die Oldtimertreffen „Buschkamp“ finden statt in Erinnerung an die Teutoburger Wald-Rennen der 1920er und 1930er Jahre. Also auch dies eine Veranstaltung mit enormer Tradition, die zudem an den Original-Schauplätzen von damals ausgetragen wird. Zwischen 1923 und 1929 strömten bis zu 10.000 Zuschauer in den Teuto, um Rennlegenden wie Rudolf Carraciola zu sehen. Dies erinnert daran, dass Deutschland ein Autoland war (und ist?). Automobiler Motorsport war hier ein Massenphänomen, was bis tief in die 70er Jahre rein wirkte. Anders als England mit dem Pferdesport (Polo) oder Frankreich mit dem Fahrrad (Tour de France).

                    

Die „Ausfahrt“ ist nur ein Teil der gesamten Veranstaltung, ist aber immerhin ein Wertungslauf zum ADAC OWL-Oldtimer Cup!

Hier interessante Links zum Nachlesen:

https://www.outdooractive.com/de/motorrad/teutoburger-wald/auf-historischen-rennspuren/9718227/#dmdtab=oax-tab3

http://www.owl-journal.de/unglaublich-rasant-das-teutoburger-wald-rennen/

http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/11132119_Der-kleine-Nuerburgring.html?em_cnt=11132119

http://www.nw.de/lokal/bielefeld/senne/21812889_In-tollkuehnen-Kisten.html

21.05.2018 Oldtimer Treffen Buschkamp
Veranstalter: AC Bielefeld im ADAC e.V. & Museumshof Senne
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI

    

Am dritten Tag des Pfingstwochenendes zieht es uns nach Bielefeld in die Senne zum Oldtimer-Treffen Buschkamp. Wie weiter oben zu lesen ist, eine historische Umgebung. Nicht nur allgemein (das historische Gasthaus Buschkamp, eine alte Relaisstation, wo früher die Pferde gewechselt wurden) sondern auch motorsportlich im Hinblick auf die Teutoburgerwald-Rennen der 1920er und 1930er Jahre.

Einchecken und technische Abnahme bei einem Autohaus, dann geht es zum Museumshof Buschkamp. Es empfängt einen eine unglaubliche Atmosphäre: schöne alte Fachwerkhäuser im Wald gelegen, eine sehr gepflegte Anlage und vor allem (bei bestem Wetter) unglaublich viele Zuschauer, die alle auch noch 7 EUR pro Person bezahlen. So viel begeistertes Publikum sieht man sonst eigentlich nie.

    

Der Beginn der Veranstaltung ist erst relativ spät und beginnt ca. 11 Uhr mit dem Oldtimer-Buffet. Hier wurde ja schon relativ viel von „dünnen Suppen“ geschrieben… beim Buschkamp-Treffen gibt es Essen vom Feinsten. Toll. So wird man direkt sehr positiv eingestimmt und kann das Flair dieser Veranstaltung geniessen. Darüber sollte man aber nicht den Start zur Ausfahrt vergessen…. denn die gibt es ja auch noch und ist zudem auch Lauf zum OWL- Cup sowie zum Classic Revival Pokal, also recht weit oben angesiedelt.

Die Aufgabenstellung bestand aus zwei Sollzeitprüfungen und ansonsten aus ca. 60 KM Strecke mit Kartendarstellung und einer kleinen Chinesenrallye. Die beiden Zeitprüfungen waren sehr publikumswirksam platziert, einmal direkt am Museumshof Buschkamp und dann noch auf dem Flugplatz Oerlinghausen, wo auch ein Flughafenfest stattfand. Also Zuschauer satt. Man erlebt das sonst wirklich selten, aber hier war die Kulisse wirklich einmalig. Auch die Kommentare, von „boah geile Karre“ bis „uuuh ist der süß“ war alles dabei 🙂

  

Am Ende kann man beim Buschkamp-Treffen nur dann reüssieren, wenn man alle (latent versteckten) Baumaffen erkennt und zudem bei den beiden Zeitprüfungen nicht total abfällt: leider haben wir die „13“ übersehen, die wohl irgendwo an einem Verkehrsschild hing… damit also geloosed. Hinsichtlich der Wertung kann man diese Veranstaltung also vielleicht kritisch sehen, aber was einem für 80 EUR Nenngeld geboten wird, ist wirklich einmalig. Auch für Anfänger sehr empfehlenwert.

 

Fazit: Einzigartige Veranstaltung mit besonderem historischem Flair, unglaublich vielen Zuschauern und einer sehr gelungenen Einbettung in ein Rahmenkonzept. Sehr schöne Strecke durch die Bielefelder Senne. Bei den Ergebnissen liegt zwischen Platz 1 und Platz 15 ein Fehler …. trotzdem sehr empfehlenswert. So ein Ambiente findet man sonst nicht mehr.. TOP!

 

 

 

19.05.2018 / 34. Hagen Klassik / Hagen

Auch bei der Hagen Klassik sind wir 2018 zum ersten Mal dabei…. die Veranstalter haben eine sehr informative Internet-Seite, auf der vorab schon viele Informationen zur Rallye veröffentlicht werden. So erfährt man einiges über die Aufgabenstellungen in der touristischen und der sportlichen Klasse.

19.05.2018 34. Hagen Klassik
Veranstalter: HAC Hagener Automobil Club von 1905 im ADAC e.V.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI

Start und Ziel der Hagen Klassik  ist das Gelände der bekannten Fernuniversität. So konnte man direkt morgens beim etwas kargen Frühstück noch einmal Mensa-Luft schnuppern und sich an das eigene Studium erinnert fühlen. Für die Aufgabenstellungen waren insgesamt Veränderungen zum Vorjahr angekündigt. So waren einfachere Orientierungsaufgaben und dafür anspruchsvollere Zeitprüfungen zu erwarten. Bei der ausführlichen Fahrerbesprechung wurde dann aber auch betont, es handele sich um eine Rallye und nicht um eine Ausfahrt. Aha. Das Bordbuch bekam man erst in letzter Minute vor dem Startbogen und es folgte direkt auf dem Uni-Gelände eine erste  Zeitprüfung: eine unbekannte Länge in 6 Sekunden fahren. Auf einer Uhr wurde im Zielbereich die jeweilige Teilnehmer-Zeit angezeigt, die man dann im Roadbook notieren sollte. Ganz klar, diese Zeit war später noch einmal zu fahren. Problem nur: die Uhr hatte einen Defekt und zeigte einzelne Ziffern falsch an. So wurde aus einer 4 bspw. eine 9 usw. Das ging ja gut los, bei einigen Teilnehmern schwoll schon hier der Kamm. Als wir an dieser Prüfung dran waren, war der Fehler aber offenbar wieder behoben.

Dann erst einmal rechts ran und das Roadbook studieren. Tatsächlich: es gab nur Chinesenaufgaben, keinerlei Karten. Und auch keine OK und Baumaffen, nur Stempelkontrollen. Sehr ungewöhnlich. Dafür aber, auch das war durchaus angekündigt, anspruchsvolle GLP- bzw. Sollzeitprüfungen mit einem besonderen „Touch“.  Dieser zeigte sich insb. in der Länge der Aufgaben. Durchweg waren es Kurz-WP mit Sollzeiten von 5, 7, 11 oder auch  nur 1,5 Sekunden. Schonmal 15 Meter in 1,5 Sekunden gefahren? Hier gab es solche Aufgabenstellungen.

Und obwohl im voraus betont wurde, man könnte das alles mit max. 2 Stoppuhren fahren, gab es in WP 3/4 insgsamt 4 zeitrelevante Abschnitte. Wir hatten da 4 Uhren im Einsatz.

Weiterhin gab es zwei Nullzeitprüfungen, hier 30/60 Sek. Prüfung genannt. Ein vorher nicht bekanntes, aber gut beschildertes Ziel musste zur vollen 30sten Sekunde oder zur vollen Minute angefahren werden. Einige Teilnehmer kamen damit nicht gut klar und es gab an diesen Stellen lange Rückstaus. Beobachtet werden konnte auch, dass das Anhalteverbot nach dem gelben Schild missachtet wurde und es dafür trotzdem keine Wertungsstrafen gab. Teilnehmer fuhren also bis kurz vor die Lichtschranke in der Halteverbotszone, warteten dann ab und hüpften durch kurzes Gasgeben zur Sollzeit über die Ziellinie. So etwas finde ich doch sehr unsportlich und es nicht nachvollziehbar, warum solches Verhalten vom Veranstalter nicht geahndet wird, obwohl das Regelment das her gibt.

Die Strecke führte durch die wunderschöne Landschaft des bergischen Landes zur Mittagspause in Wipperfürth. Leider passierte unterwegs fast nichts bis auf ein paar Stempelkontrollen und so musste insbes. die Beifahrerin aufpassen, dass sie nicht wegschnarcht…Einige, gerne auch einfache, Orientierungsprüfungen hätten gut für Abwechslung sorgen können. Die Strecke hätte dies sehr gut hergegeben  mit vielen Ecken und verwinkelten Strassen. Schade.

Pause war im Kultur- und Veranstaltungszentrum „Alte Drahtzieherei“, einem Denkmal der Industriekultur. Sehr schön, dachten wir, diesmal kein Autohaus, sondern Gastronomie! Die Internetseite der Alten Drahtzieherei sieht dahingehend sehr gut aus. Ja, denkste. Wie man aus dem Teilnehmerkreis hörte, wollte der Veranstalter Geld sparen. Daher waren nur die Räumlichkeiten gemietet.  In den Eingangsbereich hatte man dann eine rudimentäre Suppenausgabe platziert, wo mininale Portionen  mit abgezählten und handverlesenen Wurststücken an die Teilnehmer in der langen Schlange verteilt wurden. Der arme Mann dort hatte Humor, bekam aber natürlich trozdem den Unmut der Teilnehmer ab. Wir hatten die Faxen dick und sind dann per GoogleMaps erstmal zum nahegelegenen Rewe und haben uns dort mit Stärkung versorgt …

Nach dem Re-Start galt es, noch weitere 2:15 Std. runterzureissen. Muss man so sagen, denn wie schon in der ersten Etappe passiert nicht viel, mit Ausnahme der Zeitprüfungen. Die ein oder andere kleine Ori-Aufgabe hätte hier sehr gut platziert werden können und hätten die Fahrt viel abwechslungsreicher gestaltet. Das Handling der Bordkarte 3 führte bei uns noch einmal zu Verwirrung… es wurde keine Start- und keine Zielzeit eingetragen, dafür aber eine  Zeit für den Zwischenstopp bei der Vorstellung in der Hagener Innenstadt. Auch wieder kein gutes Gefühl…

Ganz am Ende auf dem Uni-Gelände dann noch eine kombinierte WP. Hier kam mal wieder der alte Trick zum Einsatz: Fahren Sie 0,10 Minuten…. wenn man hier nicht aufpasste in der ganze Hektik oder der schon einsetzenden Entspannung, der fuhr hier 10 Sekunden. Richtig wären natürlich 6 Sekunden Sollzeit gewesen.

Zum Glück hat die Mensa auch eine Sonnen-Terasse und so konnte man dann bei einem Glas Wein (im Nenngeld nicht enthalten) etwas entspannen. Spannend wurde dann noch einmal die Auswertung. Wir waren ca. 17.45 h im Ziel und erst gegen 22.30 h gab es die Siegerehrung. D.h. knapp 4,5 Stunden Wartezeit. Was dazwischen passierte…. Ergebnisse wurden ausgehängt, abgehängt, korrigiert und ganze WP´s gestrichen. Dabei waren die Bordkarten ja total einfach auszuwerten. Bei den Zeitprüfungen hingegen gab es zum Teil unplausible und  nicht nachvollziehbare Ergebnis-Aushänge. Beispiele: bei uns wurde in einer GLP eine Abweichung von ca. 9 Sekunden angezeigt. Tatsächlich waren es aber „nur“ 0,9 Sekunden. Oder im Ausdruck stand „#WERT“ – offenbar ein Excelfehler.. usw.

Die Geduld und die Nerven der Teilnehmer wurden hier doch sehr strapaziert, wobei dies die diversen Verlosungen und Sonderpreise (nur) teilweise ausgleichen konnten. Mit dem 2. Platz in der Klasse 9 sind wir durchaus zufrieden (für den Sieg fehlten 7/100 Sek.), aber auch die endgültige Rangliste wurde vor der Siegerehrung aus  Zeitgründen  nicht mehr ausgehängt.

Fazit: Sponsorenlastige Veranstaltung mit sehr schönen Strecken. Gesamtstrecke aber zu lang(weilig), merkwürdige Mischung aus Oldtimer-Wandern und anspruchsvollen Zeitprüfungen, daher auch für echte Anfänger nur eingeschränkt zu empfehlen. Einige organisatorische Mängel im Ablauf, Wartezeit auf belastbare Ergebnisse unterirdisch lang.

05.05.2018 / ADAC Oldtimer-Rallye „Rund um Oelde“ / Oelde

Erste gemeinsame Fahrt von André Behrensdorf und Frank Schäfer. Immerhin, man kann nicht mit Scheidung drohen 🙂

Die Oldtimer-Rallye „Rund um Oelde“ führt seit nunmehr 15 Jahren eine insgesamt 50jährige Tradition von Motorsport-Veranstaltungen in und um Oelde fort. Bereits 1957 gab es hier erste Orientierungsfahrten, später dann „echte“ Rallyes u.a. auf Bundeswehrgeländen, bis der Rallyesport hier wie anderswo durch den Einfluß ökologischer Lobbyisten zum Erliegen kam. Seit 2004 gibt es nun also die Veranstaltung für Oldtimer, die einen sehr guten Ruf hat. Allerdings hatten wir es bisher noch nicht bis nach Oelde geschafft. Also dieses Jahr Premiere!

05.05.2018 15.  ADAC Oldtimer Rallye „Rund um Oelde“
Veranstalter: Automobil-Club Oelde e.V. im ADAC
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Ausgeschrieben war eine sportliche und eine touristische Klasse, letztere hatten wir gewählt. Bei einer Streckenlänge von ca. 140 km erwarteten uns auf 2 Etappen diverse Fahrabschnitte mit ZKs, Kartenaufgaben mit durchgezogener roter Linie sowie insgesamt 8 GLPs. In Summe ein guter Mix aus eher leichter Orientierung und Zeitprüfungen.

Start und Ziel war in der sehr schönen Oelder Innenstadt bei bestem Wetter, vielen Zuschauern und auch einigen Hochzeitsgästen, da dort direkt am Start eine Kirche liegt. Unser Start war erst 11.05 Uhr, dann ging es direkt los mit einer 10-Sekundenprüfung am Startbogen. Mit 10.06 Sek. schafften wir auf Anhieb eine Super-Zeit und das war natürlich gut für die Stimmung im Cockpit. Wenn man das erste Mal zusammen fährt, muss sich die Kommunikation immer erst einmal einspielen und Erfolgserlebnisse sind dann gut fürs Gemüt und schaffen Entspannung….

Seite um Seite kamen dann die Kartenaufgaben, Chinesen gab es gar nicht. Wichtig war: Einbahnstrassensystem beachten, Baumaffen und Ortseingangsschilder nur rechts aufschreiben. Dann ein besonderer Trick, den ich so auch noch nie vorgefunden habe: Innerhalb von Ortschaften können auch Baumaffen stehen, diese sind aber nur dann aufzuschreiiben, wenn vorher KEIN Ortseingangsschild rechts stand… Hier musste  man also besonders gut aufpassen.

Die Streckenführung war landschaftlich sehr schön gewählt, insbesondere gefielen die vielen kleinen Strassen .. es gab sogar etwas Industriekultur mit Kraftwerken, alten Zechenanlagen, historischen Schleusen, Fachwerk, etc. – klasse!

In Beckum dann eine Sollzeitprüfung, die man später noch einmal fahren musste. 500 Meter in 1  Minute…  eine klare Sache…. am Ende der Prüfung, zwischen der Ziel-Lichtschranke und der folgenden DK stand allerdings noch (sehr trickreich) ein Ortseingangsschild… Erst bei der zweiten Durchfahrt hatten wir das nicht nur gesehen, sondern auch registriert… 5 Strafpunkte aufs Konto…

Eine weitere Besonderheit stand dann im Gewerbegebiet Olfetal an. Hier haben Architekten oder Landschaftsbauer ein wahres Labyrinth mit insgesamt 12 kleinen und großen Kreisverkehren geschaffen. Quasi ein Paradies für Orientierungs-Fahrtleiter. Dort mussten dann 22 kleinste Pfeile in der richtigen Reihenfolge und ohne Verletzung der Grundregeln durchfahren werden. Es begann das im wahrsten Sinne große Gekreisel. Wenn man hier den Überblick verliert, soviel war klar, dann bestand kaum eine Chance wieder den Einstieg zu finden. Mit insgesamt 4 DK wurden die Strecke im Kreisverkehrgetümmel überwacht und durch die diversen Mehrfachanfahrten sammelten wir hier fleißig Stempel. Am Ende hatten wir aber doch ein ganz gutes Gefühl.

Kurz vor der Zieleinfahrt dann der Höhepunkt der Zeitaufgaben: eine 3-fach WP die in 3 Runden mit unterschiedlichen Soll-Zeiten und auch unterschiedlichen Fahrspuren zu absolvieren war. Auch das war einfach klasse gemacht.

     

Nach der Zieleinfahrt in Oelde gab es dann im Bürgerhaus ein Abendbuffet und freie Getränke nach Wahl. Ja, in der Tat, hier war „all inclusive“. Man muss das erwähnen, denn für 110 EUR Nenngeld gibt es anderswo belegte Brötchen, dünne Suppen und Mineralwasser.

Der Aushang von Zeiten und Musterlösungen ging auch fix. Allerdings gab es hier dann auch wieder sowohl bei den Sportlern als auch den Touristen Ungereimtheiten, Diskussionen und Fehlerkorrekturen. Man muss allerdings positiv vermerken, dass der Veranstalter mit Anfragen oder Hinweisen sehr professionell und freundlich umging. Auch das haben wir ja dieses Jahr schon anders erlebt…

Bei unserer ersten gemeinsamen Fahrt konnten wir am Ende den Pokal für den 1. Platz in der Klasse (sowie den 5. Rang Gesamt touristisch) entgegen nehmen. Top-Abschluss einer Top-Veranstaltung!

Fazit: Der gute Ruf dieser Veranstaltung ist absolut berechtigt. Hier passt einfach alles: sehr schöne Strecke, saubere Unterlagen, guter Mix von Ori- und Zeitprüfungen, angemessenes Niveau, sehr stimmiger Rahmen und alles hoch professionell durchgeführt. Bisher beste Veranstaltung 2018.

Nachtrag: Und an Scheidung hat auch keiner gedacht 🙂

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=LQ4ydqP81LE&feature=youtu.be

29.04.2018 / ADAC Emsland Classic / Lengerich

Dies ist das Lengerich im Emsland,  nicht das Lengerich bei Tecklenburg zwischen Münster und Osnabrück.

Auch bei der Emsland Classic haben wir uns 2015 und 2016 mit eher geringem Erfolg versucht. Die Ausschreibung klang jeweils sehr harmlos, tatsächlich gab es dann hammermäßige Orientierungsaufgaben. Die Durchfahrt von Haselünne 2015 hat quasi schon legendären Charakter (man munkelt, einige verzweifelte Teilnehmer kreisen da heute noch durch!). Dann gab es noch Eiseskälte, keine WCs, eine komplett vergeigte Auswertung… – Bei der Kiepenkerl Klassik 2017 wurden wir allerdings von den netten Herren aus Lengerich überzeugt, dass sich vieles zum Besseren gewandelt hat.

29.04.2018 5. Emsland Classik
Veranstalter: Motorsportfreunde Lengerich im ADAC e.V.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf BMW 528i (E28)

Nun, es hatte sich was getan. Das Wetter war zwar etwas april-mäßig, aber überwiegend recht sonnig und freundlich, in keinem Fall so winterlich wie in den Vorjahren. Dann waren auch Startlokal, Mittagspause und Ziellokal umgezogen, und zwar in das Autohaus Lampa. Wer hier schon Berichte gelesen hat, der weiss, dass unsere Begeisterung für Autohäuser sich stark in Grenzen hält. Hier jedoch wurde daraus das Beste gemacht. Es gab eine gute und sehr freundliche Organisation, alles lief reibungslos und auch die Kulinarik kam nicht zu kurz. Mittags ein absolut passendes Grillbuffet ohne lange Schlangen und abends sehr leckere selbst gebackene Kuchen. Für 70 EUR  Nenngeld total in Ordnung. Lieber ADAC OWL, so kann es auch gehen!!! (das war ein Insider). Bekannter Maßen fahren wir aber nicht mit, um Kuchen zu essen.

        

Jetzt kommen wir zu den Dingen, die sich bei der Emsland Classic nicht verändert haben. Angesichts der Ausschreibung war das Niveau in der Gruppe A total überzogen. Zitat „Die Gruppe A (touristisch) wendet sich an Teams, die eher den Charakter einer Ausfahrt bevorzugen. Die Streckenführung ist durch einfache Orientierungsaufgaben im Roadbook vorgegeben. Auch für Einsteiger ist die Gruppe A eine tolle Herausforderung“. Damit werden echte Neulinge massiv in die Irre geführt. Einfache Orientierungsaufgaben???  Ausfahrt??? Hust.
Das Niveau der Gruppe A war mindestens tourensportlich, wenn ich sogar sportlich. Es gab exzessive Gegenläufigkeiten, Überlappungen und auch eine GLP mit 4 angekündigten, aber nur 2 tatsächlichen Zeitnahmen in kurzen Abständen.

  

Wir selber waren ja von vorherigen Teilnahmen vorgewarnt. Trotzdem haben uns die permanenten Gegenläufigkeiten auf kleinstem Raum sehr zu schaffen gemacht. Auch der Wechsel von kürzeste Verbindung zu kürzeste Gesamtstrecke ist in der Gruppe A zu anspruchsvoll. Dazu kam noch, dass ein gedanklicher Fehler in der Folge gleich mehrfach bestraft wurde. Das kennen wir von anderen Veranstaltung auch anders. Es ist klar, dass jeder Veranstaltern seine persönliche Note einbringen will, aber dann könnte man das auch so schreiben.

Was uns aber echt gestört hat, war, dass es bis zum Ende der Siegerehrung keinen Aushang der Ergebnisse gab. Das ist aus unserer Sicht unüblich. Man hat als Teilnehmer ohne Pokal absolut keine Ahnung, wie man abgeschnitten hat, wenn der Abend zu Ende ist. Und es gibt auch keinerlei Möglichkeit für Rückfragen vor der Siegerehrung. Wo Menschen agieren, passieren auch Fehler, das ist normal und nicht schlimm. So aber gibt es keine Chance auf Fehlerkorrektur. Das kommt ein bisschen komisch rüber…

     

Fazit: Professionelle Veranstaltung mit gutem Preis-/Leistungs-Verhältnis und insgesamt schöner Atmosphäre. Sehr saubere Fahrtunterlagen, aber total verzerrtes Anspruchsniveau .Wer hier mitfährt, sollte auf verschärfte Orientierungsaufgaben vorbereitet sein, für Anfänger eher nicht zu empfehlen. Hohes Frustpotenzial. Aushang von Muster-Bordkarten und Musterlösungen auf Karten vorbildlich, aber kein Aushang der Ergebnisse. Daher keinerlei Chance zu Klärung von Fragen vor der Siegerehrung, was den Gesamt-Eindruck insgesamt leider beeinträchtigt.